Energiewende-Kommunikation für Acatech

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Wie wir den Weckruf dreier Wissenschaftsakademien an die Regierung in Bilder übersetzt haben

Painpoint-fokussiert:

Wie erklärt man der neuen Bundesregierung in wenigen Seiten, was für die Energiewende entscheidend ist? acatech, Leopoldina und die Akademienunion standen vor genau dieser Herausforderung. Ihr Ansatz: Ein Impulspapier mit elf Handlungsfeldern. Unsere Aufgabe: Diese wissenschaftliche Expertise so aufzubereiten, dass sie politisch wirksam wird und gesellschaftlich verstanden wird. Ein Projekt an der Schnittstelle von Wissenschaftskommunikation und politischer Bildung.

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Die Herausforderung

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Die deutsche Energiewende steht an einem Wendepunkt. Nach der Bundestagswahl 2021 sollte ein Impulspapier der drei führenden Wissenschaftsakademien der neuen Regierung den Weg weisen. Doch wissenschaftliche Evidenz allein reicht nicht aus - sie muss verstanden, diskutiert und umgesetzt werden. Hier lag die Herausforderung: Wie übersetzt man systemische Komplexität in politische Handlungsfähigkeit? Wie macht man aus Forschungsergebnissen gesellschaftliche Bewegung?
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Ergebnis und Leistungen:

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Unser vielschichtiger Kommunikationsansatz verwandelt wissenschaftliche Fakten in lebendige Geschichten. Elf großformatige Infografiken strukturierten die komplexen Handlungsfelder visuell und machten Zusammenhänge auf einen Blick erfassbar. Die Publikation kombiniert wissenschaftliche Präzision mit zugänglicher Gestaltung. Vier Erklärvideos bringen abstrakte Konzepte wie CO₂-Bepreisung oder negative Emissionen auf den Punkt. Das Ergebnis ist ein multimediales Gesamtpaket, das Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen anspricht und die Energiewende aus der Expertennische holt.

Deliverables

Konkret geliefert

1

Infografik-Serie (11 Stück)

Systematische Visualisierung der Handlungsfelder von CO₂-Bepreisung bis Rohstoffstrategie. Jede Grafik übersetzt komplexe Systemzusammenhänge in intuitive Bildsprache und macht politische Maßnahmen greifbar.
2

Erklärvideos (4 Videos)

Animierte Kurzbeiträge zu Wasserstoff, CO₂-Preis, fossilen Energien und negativen Emissionen. Die Videos übersetzen abstrakte Konzepte in verständliche Narrative und erreichen neue Zielgruppen über digitale Kanäle.
3

Kommunikationsstrategie

Entwicklung eines kohärenten visuellen Systems, das wissenschaftliche Autorität mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet. Alle Elemente folgen einer einheitlichen Gestaltungslogik und verstärken die zentrale Botschaft.

Deep Dives und Learnings

Timing als strategische Waffe

Wir starteten acht Monate vor Regierungsbildung. Klingt früh, war aber kalkuliert knapp. Politische Aufmerksamkeit funktioniert in Zyklen: Zu früh, und niemand hört zu. Zu spät, und die Agenda ist gesetzt. Unser Fenster lag zwischen Wahlkampf und Koalitionsverhandlungen - genau dort, wo neue Regierungen nach intellektueller Munition suchen. Die Erkenntnis: Wissenschaft braucht strategisches Timing wie Produkte einen Launch. Es ging nicht nur ums Produzieren, sondern ums präzise Platzieren. Der Unterschied zwischen gehört und überhört werden liegt oft in vier bis sechs Wochen.

Infografik oder Video? Warum "oder" die falsche Frage ist

Eine Infografik zeigt Zusammenhänge auf einen Blick. Ein Video erzeugt Emotion und Prozessverständnis. Beide haben Grenzen: Die Grafik bleibt statisch, das Video ist flüchtig. Unsere Kampagne nutzte diese Grenzen als Stärken. Dahinter stand ein infografisches Denkprinzip, das sich durch alle Formate zieht: Reduktion auf das Wesentliche, klare visuelle Hierarchien, systemisches Zeigen statt Erklären. Infografiken boten Orientierung für Entscheider unter Zeitdruck. Videos erreichten Menschen in sozialen Netzwerken, die nie eine Broschüre öffnen würden. Das Publikum wählt selbst, wie es sich informiert. Unsere Aufgabe war es, jeden Zugang durchdacht zu gestalten.
Q&A
Q1
Was macht eine gelungene Wissenschaftskommunikation aus?
Sie schafft Brücken zwischen verschiedenen Welten, ohne dabei zu simplifizieren. Gute Wissenschaftskommunikation respektiert sowohl die Komplexität der Forschung als auch die Bedürfnisse der Zielgruppe. Sie nutzt die richtigen visuellen und narrativen Mittel für jede Botschaft.
Q2
Wie vermeidet ihr bei komplexen Themen eine Überforderung der Leser?
Durch klare Strukturierung und mehrschichtige Vermittlung. Unsere Infografiken funktionieren auf verschiedenen Tiefenebenen - vom schnellen Überblick bis zur detaillierten Analyse. Wer mehr wissen möchte, kann tiefer einsteigen, wer Orientierung sucht, bekommt sie sofort.
Q3
Warum braucht Klimakommunikation eine andere Herangehensweise?
Klimaschutz ist kein Produkt, das man verkauft, sondern eine gesellschaftliche Transformation, die alle betrifft. Die Kommunikation muss daher ehrlich sein, Komplexität anerkennen und trotzdem Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Sie darf nicht belehren, sondern muss einladen und befähigen.
Q4
Welche Rolle spielt Design bei der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte?
Design ist nicht Dekoration, sondern Strukturierungshilfe. Es macht Hierarchien sichtbar, schafft Orientierung und baut emotionale Verbindungen auf. Gutes Design für Wissenschaftskommunikation ist unsichtbar - es dient dem Inhalt, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen.
Q5
Wie messt ihr den Erfolg solcher Kommunikationsprojekte?
Erfolg zeigt sich in der Weiterverwendung und gesellschaftlichen Resonanz. Wenn unsere Infografiken in politischen Debatten auftauchen, wenn die Videos geteilt werden und wenn komplexe Themen plötzlich diskutiert werden - dann hat Kommunikation ihre Wirkung entfaltet.
Q6
Geht es auch weniger wissenschaftlich, dafür emotionaler?
Die Herausforderung liegt darin, Emotion und Evidenz zu verbinden, nicht sie gegeneinander auszuspielen. Gerade bei Klimathemen brauchen Menschen sowohl rationale Argumente als auch emotionale Anknüpfungspunkte. Unsere Videos zeigen, wie sich beides erfolgreich verbinden lässt.
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