The Infographic Energy Transition Coloring Book

Die Energiewende ausmalen statt ausbremsen

Mit kreativen Infografiken und Storytelling den Weg zur Klimaneutralität greifbar machen

Begeisterung für die Energiewende

Kaum eines unserer Projekte hat so hohe Wellen geschlagen wie unser Energiewendemalbuch. Ein innovatives Format, das nicht nur neue Standards in der Wissenschaftskommunikation gesetzt und fast alle renommierten Infografik-Design-Awards gewonnen hat, sondern auch in den Händen von gleich zwei Kanzler:innen gelandet ist. Als gemeinsames Projekt mit dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) übersetzt es komplexe Energiewendethemen in ausmalbare Infografiken.

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Die Herausforderung

Wenn Komplexität auf Kreativität trifft

In einer Zeit, in der Klimaschutz und Energiewende zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen zählen, stehen wir vor einem Kommunikationsdilemma: Die Themen sind hochkomplex, relevant für alle, aber traditionelle Formate erreichen oft nur Experten. Diese Diskrepanz bildete den Ausgangspunkt für unser Projekt. Die Energiebranche suchte 2017 händeringend nach frischen Kommunikationsformaten, und Fachleute kämpften damit, ihre Arbeit Freunden und Familie verständlich zu erklären. Gleichzeitig beobachteten wir den Trend zu entschleunigenden, analogen Tätigkeiten als Gegenbewegung zur Digitalisierung. Diese Beobachtungen führten zu einer gewagten Idee: Das komplexeste Thema im einfachsten Format zu vermitteln.
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European Design Awards
2018
Ellery Studio gewinnt Gold in Oslo in der Kategorie Infografik für "The Infographic Energy Transition Coloring Book".
International Infographics Awards
2020
Ellery Studio gewinnt Gold bei Malofiej28 in Pamplona für die Graphic Novel "Abgefahren! Eine infografische Novelle zur Verkehrswende".
Alumni Engagement Innovation Fund
2019
Ellery Studio gewinnt den "Equality and Women's Promotion Best Graphic Award" bei Malofiej27 mit dem Infografik-Faltposter "Women making waves: A history of female empowerment".
Indigo Design Awards
2021
Ellery Studio gewinnt Gold für die Graphic Novel "Abgefahren! Eine infografische Novelle zur Verkehrswende".

Ergebnis und Leistungen:

33 Themen, 80 Seiten, eine visuelle Sprache – Ein visuelles Panorama der Energiewende

Wir entwickelten 33 Energiewende-Themen als ausmalbare Infografiken. Neuester Research zu Themen wie Energiesubventionen, dem Erneuerbaren Energien Gesetz, Smart Grids, Mobilität, dem Pariser Klimaabkommen, CO2-Emissionen, Power-to-X, und neuen „grünen“ Arbeits- und Technologiemärkten wird dadurch für alle zugänglich. Die Infografiken verbinden klare Linienführung mit systemischen Darstellungen, anthropomorphe Gestaltungselemente mit wissenschaftlicher Genauigkeit. Die drei Kapitel führen vom globalen Klimakontext über die deutsche Energiewende bis zu individuellen Handlungsmöglichkeiten. Das Ergebnis: ein 80-seitiges Werk, das in drei Auflagen erschien und das Spektrum der Wissenschaftskommunikation erweitert.

Deliverables

Konkret geliefert

1

Format

Niedrigschwelliges Malbuch-Format, das Hemmschwellen abbaut und zum Erkunden einlädt
2

Inhalt

Wissenschaftlich fundierte Darstellung der Energiewende-Thematik und ihrer globalen Bedeutung
3

Interaktion

Aktive Wissensaneignung durch Ausmalen und haptisches Erleben
4

Design

Klare Linienführung für optimale Ausmalfähigkeit bei gleichzeitiger visueller Ansprache

Deep Dives und Learnings

Hinter den Kulissen des IETCB

Design-Artefakte als Empowerment-Tools

Die eigentliche Magie des IETCB liegt jenseits der reinen Wissensvermittlung. Es fungiert als Brücke zwischen Expertenwissen und gesellschaftlichem Diskurs. Während traditionelle Wissenschaftskommunikation oft auf Fakten und Daten fokussiert, geht unser Ansatz einen Schritt weiter: Wir schaffen ein Design-Artefakt, das Menschen ermächtigt, komplexe Themen zu erfassen und mitzugestalten. Das IETCB wird zum Kommunikations-Tool, mit dem Experten ihre Themen vermitteln können, und gleichzeitig zum Diskussionsöffner in Situationen, wo herkömmliche Formate scheitern. Es beweist, dass gestaltete Artefakte als Katalysatoren gesellschaftlicher Debatten wirken können.

David gegen Goliath im Infografikwettbewerb - Wenn ein Berliner Studio die New York Times schlägt

Der Malofiej Award gilt als Pulitzer Preis der Infografik-Welt. Über Jahre dominierten hier die Giganten: New York Times, Washington Post, National Geographic, Reuters. Redaktionen mit hunderten Mitarbeitern, unbegrenzten Budgets, direktem Zugang zu Breaking News weltweit. Dass wir 2018 nicht nur Gold gewannen, sondern auch den Hauptpreis „Climate Change and Environmental Commitment Best Graphic Award“ abräumten, war ein Statement: Innovation schlägt Ressourcen. Unser Malbuch konkurrierte mit einem grundlegend anderen Ansatz: Entschleunigung statt Breaking News, Partizipation statt Konsum, Haptik statt Digital. Die Jury erkannte, dass die Zukunft der Infografik in Formaten liegt, die Menschen zum aktiven Mitdenken bewegen. Dieser Erfolg positionierte uns in einer Liga, die normalerweise Mediengiganten vorbehalten ist.

"I don't agree with the content, but I respect the format" - Wenn Format ideologische Gräben überbrückt

Die E-Mail eines Republikaners und Trump-Supporters aus den USA gehört zu den unerwartesten Rückmeldungen: Er lehne die Klimapolitik-Inhalte ab, respektiere aber das Format zutiefst. Diese Reaktion offenbarte die Kraft gestalterischer Entscheidungen. Während Argumente in polarisierten Debatten an ideologischen Mauern abprallen, kann Design andere Türen öffnen. Der niedrigschwellige, nicht-konfrontative Zugang umging übliche Abwehrmechanismen. Keine mahnenden Überschriften, keine moralischen Appelle. Stattdessen eine Einladung: Schau dir das an. Male es aus. Bilde dir selbst eine Meinung. Gelungene Gestaltung schafft Räume, in denen Menschen bereit sind, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen, die sie normalerweise meiden würden. Ob das zu Meinungsänderungen führt, ist eine andere Frage. Aber der erste Schritt ist gemacht: Die Information wurde aufgenommen, nicht abgeblockt.

Was das Projekt bewirkt

Vom Designobjekt zum Kommunikationserfolg: Der Funke, der überspringt

Der Erfolg des IETCB überraschte selbst uns: Drei Auflagen, internationale Design-Awards. Doch der eigentliche Wert liegt im Erreichen neuer Zielgruppen für die Energiewendekommunikation. Das Buch dient als „Türöffner“ – vom Gespräch am Familientisch bis zum politischen Dialog. Dass Angela Merkel und Olaf Scholz sich Zeit nahmen, es durchzublättern, unterstreicht das disruptive Potenzial dieses Formats. Es demokratisiert den Zugang zu Wissen und schafft einen spielerischen Raum für Auseinandersetzung mit globalen Herausforderungen – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit wissenschaftlicher Präzision und einem gestalterischen Augenzwinkern.
Q&A
Q1
Was macht beim IETCB den Unterschied zu herkömmlichen Infografiken?
Die Kombination aus Wissenstiefe und aktiver Beteiligung. Herkömmliche Infografiken werden konsumiert, unsere werden gestaltet. Beim Ausmalen verbringen Menschen durchschnittlich 20-30 Minuten mit einem Thema – Zeit, die sie sonst kaum investieren würden. Diese Verweildauer führt zu tieferem Verständnis und emotional verankertem Wissen.
Q2
Wie erreicht man Menschen, die sich normalerweise nicht für Klimaschutz interessieren?
Indem man sie nicht über den Kopf, sondern über die Hände anspricht. Das IETCB überwindet die kognitive Abwehrhaltung durch seinen spielerischen Charakter. Es erinnert an positive Kindheitserfahrungen und schafft einen entspannten Zugang zu komplexen Themen – eine Einladung statt einer Belehrung.
Q3
Kann ein Malbuch tatsächlich zur Lösung der Klimakrise beitragen?
Allein sicher nicht. Aber es kann die Art verändern, wie wir über Lösungen sprechen. Das IETCB transformiert die oft dystopische Klimaerzählung in eine Geschichte der Möglichkeiten und des Handelns. Es hilft, die gesellschaftliche Diskussion von Polarisierung zu Verständnis zu führen – ein notwendiger Schritt für kollektives Handeln.
Q4
Wie setzt man ein solches Format in der Unternehmenswelt ein?
Als Brückenbauer zwischen Expertenwissen und breiter Stakeholder-Kommunikation. Komplexe Nachhaltigkeitsstrategien, Transformationsprozesse oder technische Innovationen lassen sich in diesem Format für Mitarbeitende, Kunden oder die Öffentlichkeit greifbar machen. Es ist kein Ersatz für Detailkommunikation, aber ein einzigartiger Türöffner.
Q5
Was hat Sie beim Erfolg des Projekts am meisten überrascht?
Die globale Resonanz und die Fähigkeit des Buches, ideologische Grenzen zu überschreiten. Wir haben Rückmeldungen von Menschen mit völlig unterschiedlichen politischen Ansichten erhalten, die das Format gleichermaßen ansprechend fanden. In Zeiten zunehmender Polarisierung ist dies vielleicht der wertvollste Aspekt.
Q6
Funktioniert dieser Ansatz auch bei anderen Themen als der Energiewende?
Absolut. Das Grundprinzip – komplexe Zusammenhänge visuell und interaktiv zugänglich zu machen – lässt sich auf viele Bereiche übertragen. Von Gesundheitsthemen über digitale Transformation bis zu sozialer Ungleichheit. Entscheidend ist die Kombination aus fachlicher Tiefe, visueller Klarheit und einem Format, das zur aktiven Auseinandersetzung einlädt.
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