Infodrag: Wenn Glamour auf Gigawatt trifft

Glamour trifft auf Gigawatt

Drag-Performance stellt die Energiewende ins Rampenlicht

Sachlich-informativ:

Infodrag verbindet Drag-Performance mit komplexer Energiewende-Kommunikation. In drei YouTube-Episoden und Live-Performances übersetzt die Berliner Drag Queen Viagra Falls wissenschaftliche Inhalte in eine zugängliche, unterhaltsame Sprache. Das experimentelle Format erreicht neue Zielgruppen und zeigt: Wissenschaftskommunikation funktioniert auch sassy und mit Glitzer.

Warum die Energiewende neue Töne braucht

Die deutsche Energiewende kämpft mit einem Kommunikationsproblem. Fachbegriffe, komplexe Zusammenhänge und eine einseitige Expertenperspektive bauen Barrieren statt Brücken zum Publikum. In der Klimakommunikation dominiert die Angst: Katastrophenszenarien sollen motivieren, führen aber meist zu Resignation. Infodrag entstand aus der Erkenntnis, dass komplexe gesellschaftliche Transformationen neue Kommunikationsformate brauchen. Formate, die Emotion und Information verbinden, diverse Stimmen verstärken und zeigen: Die Energiewende ist kein trockenes Expertenthema, sondern ein kultureller Wandel für uns alle.

Performance trifft Präzision

Drei YouTube-Episoden wurden gedreht: über die Grundlagen der Energiewende, deutsche Erfolgsgeschichten und individuelle Handlungsmöglichkeiten. Viagra Falls übersetzt dabei wissenschaftliche Inhalte in ihre eigene Sprache – frech, gewitzt, mit viel performativem Drama und dabei informativ und visuell spektakulär unterstützt durch animierte Infografiken. Das Format zog Kreise: Live-Performances bei Events des IKEM und des RLI und das „Climate Cabaret“ bei den Berliner Energietagen waren die ersten Fortsetzungen jenseits von YouTube.

Die 4 Main-Deliverables

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YouTube-Serie

Drei Episoden mit animierten Infografiken zu Energiewende-Basics, Erfolgen in Deutschland und individuellen Handlungsmöglichkeiten. Klarer visueller Stil mit bunter, DIY-Ästhetik.
DENA KommWarmeplanung Erklarfilme Mockup
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Live-Performances

Adaptation des Formats für Events und Konferenzen. Integration von Publikumsinteraktion und Musikperformance („Climate Cabaret – Green is the New Glam“).
DENA KommWärmeplanung Erklärfilme Mockup 2
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Climate Cabaret

Breakthrough-Performance bei den Berliner Energietagen 2025 – erste Drag-moderierte Session bei einer deutschen Energiekonferenz mit interaktiven Formaten.
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Co-kreatives Storytelling als Kommunikationswerkzeug

Infodrag demonstriert die Kraft des co-kreativen Storytellings: Wenn Disziplinen aufeinandertreffen, die normalerweise keinen Kontakt haben, entstehen innovative Lösungen. Die Zusammenarbeit zwischen IKEM-Wissenschaftlern und Viagra Falls war kein einseitiger Übersetzungsprozess, sondern ein echter Dialog. Die Drag Queen brachte eigene Perspektiven ein, hinterfragte Formulierungen und entwickelte neue Narrative. Entscheidend: Beide Communitys saßen gleichberechtigt am Tisch. So entstand authentische zielgruppengerechte Kommunikation ohne Appropriation oder Tokenismus.
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Transformation als verbindendes Narrativ

Die besondere Stärke von Infodrag liegt in einem gedoppelten Narrativ: Sowohl die Energiewende als auch die Drag-Performance sind eine Transformation. Beide Bereiche beschäftigen sich mit Wandel, Identität und gesellschaftlichen Normen. Diese inhaltliche Parallele macht das Format authentisch und schafft überraschende Verbindungen. Viagra Falls zeigt: Klimaschutz ist auch eine Frage der Performance – welche Rolle spielen wir in der gesellschaftlichen Transformation? Diese Meta-Ebene verleiht dem Format Tiefe und macht es zu mehr als reiner Wissenschaftskommunikation.
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Neue Stimmen, neue Zielgruppen, neue Debatten

Infodrag erweitert die Klimakommunikation um eine wichtige Perspektive: die queere. Die LGBTQ+-Community ist überdurchschnittlich stark von Klimafolgen betroffen und gleichzeitig oft von Umweltdiskursen ausgeschlossen. Infodrag schafft Sichtbarkeit und zeigt: Diverse Stimmen bereichern die Debatte. Gleichzeitig erreicht das Format neue Zielgruppen – junge, urbane Menschen, die sich von Umweltkommunikation bisweilen noch nicht angesprochen fühlen. Das internationale Echo zeigt: Innovative Kommunikationsformate haben das Potenzial, über lokale Grenzen hinaus zu wirken und gesellschaftliche Debatten anzustoßen.
Q&A
Q1
Wie gestaltet man einen co-kreativen Prozess zwischen Klimawissenschaftler:innen und Drag-Künstler:innen?
Der Schlüssel liegt in gleichberechtigten Workshop-Formaten, in denen beide Seiten ihre Expertise auf Augenhöhe einbringen können. Die Wissenschaftler:innen liefern nicht einfach fertige Texte, sondern diskutieren gemeinsam mit der Drag Queen, welche Fakten wie performativ übersetzt werden können. Wichtig ist eine professionelle Facilitation, die zwischen den verschiedenen Fachsprachen vermittelt und dafür sorgt, dass weder die wissenschaftliche Präzision noch die performative Authentizität verloren gehen.
Q2
Welche Risiken birgt ein polarisierendes Format wie Drag Queens für Klimakommunikation, und wie managt man diese?
Das größte Risiko ist politische Instrumentalisierung und der Backlash gegen die beteiligten Künstler:innen. Vor Projektbeginn sollten alle Partner gemeinsam Worst-Case-Szenarien durchspielen und klare Eskalationsstufen definieren. Wichtig ist auch: Gerade experimentelle Formate brauchen rechtliche Absicherung und klare Vereinbarungen über Kommunikationshoheit bei Krisen.
Q3
Wie balanciert man Unterhaltungswert und wissenschaftliche Seriosität in performativer Klimakommunikation?
Die Balance gelingt durch klare inhaltliche Leitplanken bei gleichzeitiger kreativer Freiheit in der Form. Alle wissenschaftlichen Fakten werden vom Fachpartner geprüft, während die Art der Präsentation vollständig der Performance überlassen bleibt. Humor und Provokation dürfen nie auf Kosten faktischer Korrektheit gehen, aber sie dürfen die Perspektive auf Fakten verändern. Die visuelle Gestaltung spielt dabei eine wichtige Rolle: Hochwertige Infografiken und professionelle Produktion signalisieren Seriosität, auch wenn der Ton frech ist.
Q4
Wie lässt sich das Infodrag-Modell auf andere gesellschaftliche Transformationsthemen übertragen?
Das Grundprinzip – unkonventionelle Botschafter:innen treffen komplexe Fachinhalte – funktioniert überall dort, wo etablierte Kommunikation an Grenzen stößt. Wichtig ist die Suche nach inhaltlichen Parallelen: Bei Infodrag war es die Verbindung von Energietransformation und Drag-Transformation. Für Digitalisierung könnte man mit Cosplayern arbeiten, für Gesundheitskommunikation mit Stand-Up-Comedians, für Demokratiebildung mit Improtheater. Entscheidend ist: Die Performance-Form muss authentischen Bezug zum Thema haben, nicht nur aufmerksamkeitsheischend sein.