CDI: Futures Thinking – Workshopreihe zur industriellen Dekarbonisierung 2045
Denken in Möglichkeiten statt in Gewissheiten
Wie Futures Thinking dem CDI half, Handlungswissen unter Unsicherheit zu generieren – eine vierteilige Workshopreihe, die energieintensive Industrien befähigte, strategisch mit Unsicherheit umzugehen und vier plausible Zukunftsbilder für 2045 zu entwickeln.
Wenn Transformation zur Zerreißprobe wird: Die deutsche Industrie steht unter Druck. Klimaneutralität bis 2045 ist das Ziel, doch der Weg dorthin bleibt unklar. Energieintensive Branchen wie Zement, Glas, Papier und Stahl müssen Milliarden investieren, ohne zu wissen, welche Technologien sich durchsetzen, ob Infrastruktur rechtzeitig bereitsteht oder wie sich gesellschaftliche Akzeptanz entwickelt. In diesem Umfeld brauchen Unternehmen mehr als gute Absichten. Sie brauchen strategische Vorausschau.
Die Herausforderung
Wie trifft man strategische Entscheidungen, wenn man nicht weiß, wie die Welt 2045 aussieht?
Wenn Planungssicherheit fehlt, stehen Investitionsentscheidungen auf wackeligem Grund. Energieintensive Industrien bewegen sich heute in einem Umfeld voller Unsicherheiten: Regulierung, Rohstoffverfügbarkeit, gesellschaftliche Akzeptanz. Ellery Studio begleitete das CDI bei der Antwort: nicht durch Vorhersagen, sondern durch strukturiertes Denken in Möglichkeiten. Ergebnis: vier Szenarien, Frühindikatoren und robuste Handlungsoptionen für unterschiedliche Zukünfte.
Szenarienarbeit
Futures Thinking
Visualisierung
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Deliverables
Zukunftsszenarien als Stresstest für heutige Strategien
Im gesamten Prozess entstanden nicht nur Methoden-Know-how, sondern konkrete Zukunftsbilder für das Jahr 2045. Vier Szenarien spiegeln unterschiedliche Transformationspfade wider. Jedes Szenario wurde entlang von sechs Schlüsselfaktoren ausgearbeitet, die soziale, technologische, ökologische, ökonomische und politische Dimensionen abdecken.
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Vier Zukunftsszenarien
Systematisch entwickelte, plausible Zukunftsbilder für 2045, die unterschiedliche Rahmenbedingungen für industrielle Dekarbonisierung durchspielen. Jedes Szenario basiert auf sechs Schlüsselfaktoren aus allen STEEP-Dimensionen.
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Methodenschulung in Futures Thinking
Systematische Vermittlung von Werkzeugen der Zukunftsforschung, von schwachen Signalen über STEEP-Analyse bis zu Szenariokonstruktion und Backcasting. Befähigt Teilnehmende, die Methoden eigenständig in ihren Organisationen anzuwenden.
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Wissenschaftliche Begleitung durch BTU Cottbus
Fachliche Impulse von Prof. Dr. Roh Pin Lee zur STEEP-Analyse und Kohlenstoffwende, integriert in die Workshopgestaltung. Sicherte methodische Fundierung und verlieh den Ergebnissen wissenschaftliche Glaubwürdigkeit bei gleichzeitiger Praxisnähe.
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Frühindikatoren und Hebelpunkte
Konkrete Signale, die Unternehmen beobachten sollten, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Strategische Interventionspunkte, an denen gezieltes Handeln systemische Wirkung entfaltet.
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Visualisierungsposter
Grafische Verdichtung der Ergebnisse als Kommunikations- und Diskussionsgrundlage für C-Level und interne Strategieprozesse. Ermöglicht schnellen Überblick über komplexe Zusammenhänge.
Learnings
Thematische Deep Dives
Copilot statt Orakel: Die Rolle der Prozessbegleitung
Zukunftsforschung lebt davon, dass die richtigen Fragen gestellt werden. Nicht von außen, sondern von denen, die täglich strategische Entscheidungen treffen. Ellery Studio trat in diesem Projekt nicht als Branchenexperte auf, sondern als methodischer Copilot. Die Rolle: Räume öffnen, in denen Teilnehmende selbst zu Expertinnen ihrer Zukünfte werden. Das bedeutet, Denkprozesse strukturieren, ohne sie zu verengen. Annahmen hinterfragen, ohne besserwisserisch zu wirken. Methoden vermitteln, die sofort anwendbar sind. Besonders wirksam war der Wechsel zwischen analytischen Werkzeugen wie der STEEP-Analyse und kreativen Formaten wie dem Futures Wheel oder den News from the Future.
Resilienz neu gedacht: Warum die Eiche bricht und das Efeu überlebt
Wenn Unternehmen über Resilienz sprechen, meinen sie meist: Wie überstehen wir die nächste Krise? Statische Resilienz bedeutet, Stürme auszuhalten wie eine Eiche. Massiv, widerstandsfähig, aber unbeweglich. Doch in Zeiten multipler Krisen reicht das nicht. Dynamische Resilienz funktioniert wie Efeu: Es passt sich an, wechselt Richtungen, kann zurückgeschnitten werden, treibt aber immer wieder aus. Die Workshopreihe trainierte genau das. Indem Teilnehmende vier sehr unterschiedliche Szenarien durchspielten, lernten sie, für verschiedene Zukünfte gleichzeitig zu planen – nicht eine perfekte Lösung für eine erwartete Zukunft, sondern flexible Optionen für viele mögliche Zukünfte.
Was das Projekt bewirkt
Handlungsfähig bleiben, auch wenn keiner die Zukunft kennt
Am Ende der Workshopreihe stand nicht eine Roadmap, sondern ein konkreter Werkzeugkasten. Teilnehmende kennen Frühindikatoren, die anzeigen, wohin sich Entwicklungen bewegen. Sie nutzen Szenarien als Stresstest für Strategien und als Hebel für Handlungsfähigkeit. Ein Teilnehmer formulierte: Wir haben aufgehört zu warten, bis die Politik Klarheit schafft. Stattdessen schauen wir, was wir in verschiedenen Szenarien tun können. Für das Cluster entstand ein übertragbares Modell – Futures Thinking als dauerhafte Praxis im Netzwerk.
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Fragen, Fragen, Fragen
In jedem Projekt sammeln wir Fragen, mit denen wir uns im Laufe der Entwicklung auseinandergesetzt haben.
Q&A
Q1
Warum brauchen Unternehmen überhaupt Zukunftsforschung?
Viele Entscheidungen heute wirken 10, 20 oder 30 Jahre in die Zukunft. Investitionen in Anlagen, Standortwahl, Technologieauswahl. Wer nur auf Basis heutiger Daten entscheidet, übersieht systemische Verschiebungen. Zukunftsforschung hilft nicht, die Zukunft vorherzusagen, sondern systematisch Möglichkeiten durchzuspielen und Strategien zu entwickeln, die in verschiedenen Zukünften funktionieren.
Q2
Was unterscheidet Szenarienarbeit von normalen Prognosen?
Prognosen versuchen, die wahrscheinlichste Zukunft vorherzusagen. Szenarien arbeiten bewusst mit mehreren plausiblen Zukünften, auch solchen, die unbequem sind. Das zwingt dazu, Annahmen zu hinterfragen und blinde Flecken zu erkennen. Szenarien sind keine Wunschbilder, sondern Denkwerkzeuge für strategische Vorbereitung.
Q3
Wie kann eine Agentur ohne Branchenexpertise bei so einem Projekt helfen?
Das Fachwissen steckt bei den Teilnehmenden. Eine externe Perspektive hilft, Betriebsblindheit aufzubrechen und Strukturen zu schaffen, in denen dieses Wissen produktiv wird. Methodenkompetenz, Prozessdesign und Moderation sind die Beiträge, die eine Agentur leistet. Sie stellt Fragen, die intern vielleicht nicht gestellt werden, und sorgt dafür, dass verschiedene Perspektiven gehört werden.
Q4
Was macht einen guten Workshop zur Zukunftsforschung aus?
Sicherheit und Offenheit gleichzeitig. Teilnehmende müssen sich trauen, auch unkonventionelle Gedanken zu äußern. Das braucht eine vertrauensvolle Atmosphäre und klare Spielregeln. Gleichzeitig muss methodisch sauber gearbeitet werden, damit Ergebnisse belastbar sind. Der Wechsel zwischen Input, Gruppenarbeit und Reflexion hilft, dass niemand abgehängt wird, aber alle gefordert bleiben.
Q5
Lassen sich solche Methoden auch intern im Unternehmen anwenden?
Absolut. Die Methoden sind erlernbar und die Materialien dokumentiert. Wichtig ist, dass jemand im Unternehmen die Rolle des Facilitators übernimmt und Zeit sowie Ressourcen dafür eingeplant werden. Hilfreich kann auch sein, externe Impulse oder wissenschaftliche Begleitung einzubinden, um Perspektivenvielfalt sicherzustellen.
Q6
Wie gehen Unternehmen mit Szenarien um, die ihnen nicht gefallen?
Genau das ist der Punkt. Unbequeme Szenarien zeigen, wo Verwundbarkeiten liegen. Statt sie zu ignorieren, sollten Unternehmen überlegen, welche Frühindikatoren darauf hindeuten, dass so eine Zukunft wahrscheinlicher wird. Dann können sie rechtzeitig gegensteuern. Es geht nicht darum, sich mit jedem Szenario anzufreunden, sondern vorbereitet zu sein, falls es eintritt.
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Team
Lilli Kirchmann
Infografik & Kommunikationsdesign
Hannah Schrage
Design & Illustration
Dorota Orlof
Design & Illustration
Yasemin Cakir
Kommunikationsdesign
Niels Jansen
Foresight & Partizipation
Infos
Kunde
Cluster Dekarbonisierung der Industrie (CDI)
Jahr
2025
Leistungen im Projekt
Futures Thinking
Workshopkonzeption
Facilitation
STEEP-Analyse
Szenarienentwicklung
Visualisierung
Links
Auftraggeber