Gamification für die Wärmewende

Anpfiff zur Wärmewende: das „Team Wärme“ Planspiel

Von der Ideenfindung bis zur bundesweiten Skalierung eines partizipativen Planungstools

Das Team Wärme-Planspiel verwandelt die komplexe kommunale Wärmeplanung in ein interaktives Erlebnis. Verschiedene Technologien werden als Fußballspieler:innen und lebendige Charaktere mit Stärken und Schwächen inszeniert, die gemeinsam das optimale Wärme-Dream-Team für 2045 bilden. Ellery Studio entwickelte das visuelle Konzept, überarbeitete Spielmechaniken und gestaltete aus einem funktionalen Prototyp ein bundesweit skalierbares Beschleunigungswerkzeug für professionelle Wärmeplanungsprozesse.

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Die Herausforderung
Wärmewende braucht Dialog
Bis 2028 müssen alle deutschen Kommunen einen Wärmeplan vorlegen. Doch die wenigsten wissen, wie sie die vielen beteiligten Akteure an einen Tisch bekommen sollen. Unser Auftrag: Aus einem funktionalen Prototyp des dena KWW ein eigenständiges, verständliches und visuell ansprechendes Kommunikationswerkzeug entwickeln. Das Besondere dabei: Das Spiel soll echte Zusammenarbeit fördern und konkrete Visionen für lokale Wärmeplanungen schaffen.

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Szenario-Workshops

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Forschungsbericht

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Fachartikel
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Deliverables

Charaktere, Karten und Diskussionsanker

Das Spiel macht Wärmeplanung besprechbar. Technologien wie Wärmepumpen, Solarthermie oder Geothermie werden zu Charakteren mit Stärken und Schwächen. Diese Übersetzung schafft eine gemeinsame Sprache für Verwaltung, Stadtwerke und Industrie. Die visuell aufbereiteten Spielkarten funktionieren als Diskussionsanker, an denen sich fachliche Gespräche entfachen. Das Ergebnis ist ein eigenständiges Tool, das bundesweit von geschulten Multiplikatoren eingesetzt werden kann.
1

Charakterentwicklung

Komplette Überarbeitung der Technologie-Figuren mit neuen Illustrationen, Persönlichkeitsprofilen und humorvollen Namen. Jeder Energieträger erhielt eine einprägsame Identität.
2

Spielmechanik-Optimierung

Entwicklung verbesserter Bewertungssysteme und Spielabläufe. Neue Wertungschips ermöglichen bessere Handhabung der Karten während der Diskussion.
3

Moderationshandbuch

Umfassendes Manual mit Spielanleitung, Moderationstipps und Druckvorlagen. Redaktionelle Aufbereitung für bundesweite Anwendung ohne Erfinder-Präsenz.
4

Visuelles Gesamtkonzept

Entwicklung eines einheitlichen Designs, das sich nahtlos in das dena-KWW-CD einfügt. Grafisches System für Karten, Spielbrett und Begleitmaterialien.

Deep Dives und Learnings

Learnings
Thematische Deep Dives

Gamification & Serious Games als Türöffner für komplexe Themen

Warum funktioniert das Team Wärme-Planspiel so gut? Die Fußballmetapher schafft eine gemeinsame Sprache, die alle Beteiligten verstehen. Statt über „Sektorkopplung“ zu diskutieren, sprechen Teilnehmende über „Teamzusammenstellung“. Diese spielerische Ebene reduziert Berühringsängste und macht auch technische Laien zu kompetenten Gesprächspartnern. Das Spiel funktioniert als emotionaler Eisbrecher: Wer gemeinsam lacht, arbeitet besser zusammen. Gleichzeitig bleibt der fachliche Anspruch erhalten – die Charaktere transportieren echte technische Eigenschaften und Potenziale.

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Von der Vision zur Realität – Partizipative Zukunftsplanung

Das Besondere am Team Wärme-Planspiel liegt in der Methodik: Teilnehmer entwickeln zunächst eine ideale Vision für 2045, bevor sie sich in Details verlieren. Dieser Perspektivwechsel befreit von aktuellen Beschränkungen und ermöglicht echte Innovation. Die anschließende Verortung auf dem lokalen Stadtplan macht die Vision greifbar und handlungsrelevant. So entstehen nicht nur abstrakte Szenarien, sondern konkrete Grundlagen für nachfolgende Planungsschritte. Die Methode zeigt: Partizipation funktioniert am besten, wenn sie visionär und gleichzeitig praktisch ist.

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Was das Projekt bewirkt

Kommunikation als Transformationshebel

Das überarbeitete Planspiel erreicht genau das, was kommunale Wärmeplanung braucht: Es bringt unterschiedliche Akteure in der Kommune zusammen, schafft gemeinsames Verständnis und entwickelt lokale Zukunftsvisionen. Die Teilnehmenden beenden das Spiel nicht nur mit neuem Wissen, sondern mit konkreten Ideen für ihr Gebiet. Die spielerische Herangehensweise senkt Hemmschwellen und macht aus potenziellen Gegnern Teammitglieder. Für das Kompetenzzentrum entstand ein skalierbares Werkzeug, das bundesweit eingesetzt werden kann. Das Projekt zeigt: Gute Kommunikation ist der Schlüssel für erfolgreiche Transformationsprozesse.

Fragen, Fragen, Fragen

In jedem Projekt sammeln wir Fragen, mit denen wir uns im Laufe der Entwicklung beschäftigt haben. Einige davon teilen wir hier.
Q&A
Q1
Was macht partizipative Wärmeplanung so herausfordernd?
Die größte Hürde ist oft, überhaupt alle relevanten Akteure an einen Tisch zu bekommen. Verwaltung, Stadtwerke, Wohnungsunternehmen und Bürger haben unterschiedliche Interessen und Wissensstände. Ohne gemeinsame Sprache und Vision scheitern viele Projekte bereits im Ansatz.
Q2
Wie kann ein Spiel bei so komplexen Themen helfen?
Spiele schaffen eine entspannte Atmosphäre, in der sich Menschen öffnen. Die Fußballmetapher ist universell verständlich und macht technische Konzepte greifbar. Wichtig ist: Das Spiel vereinfacht nicht die Inhalte, sondern den Zugang dazu.
Q3
Warum braucht es überhaupt neue Formate für Stakeholder-Dialog?
Klassische Fachgespräche erreichen oft nur die ohnehin Motivierten und münden selten in gemeinsame Visionen. Innovative Formate wie Planspiele schaffen eine gemeinsame Arbeitsebene für sehr unterschiedliche Akteure und ermöglichen echte Mitgestaltung statt Stellungnahmen-Ping-Pong. Das erhöht auch die Akzeptanz für spätere Planungsentscheidungen.
Q4
Wie gelingt der Transfer vom Spiel zur Realität?
Das Spiel ist nur der Anfang. Die entwickelten Visionen müssen in nachfolgenden Workshops konkretisiert werden. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten das Gefühl haben, ihre Ideen fließen in die echte Planung ein.
Q5
Lässt sich das Konzept auf andere Themen übertragen?
Eindeutig. Die Prinzipien – komplexe Inhalte in verständliche Metaphern übersetzen, Visionen entwickeln statt nur Probleme zu diskutieren, verschiedene Perspektiven zusammenbringen – funktionieren in vielen Bereichen. Wichtig ist die sorgfältige Anpassung an den jeweiligen Kontext.
Q6
Was unterscheidet professionelle von Amateur-Moderation?
Gute Moderation erkennt man daran, dass sich alle gehört fühlen und trotzdem konkrete Ergebnisse entstehen. Das erfordert Erfahrung im Umgang mit Gruppendynamiken und die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Interessenlagen zu vermitteln. Deshalb arbeitet das Kompetenzzentrum mit geschulten Multiplikatoren.
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Team
Lilli Kirchmann
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Infografik & Kommunikationsdesign
Hannah Schrage
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Design & Illustration
Dorota Orlof
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Design & Illustration
Yasemin Cakir
Yasemin Cakir
Kommunikationsdesign
Niels Jansen
Niels Jansen
Foresight & Partizipation
Infos
Kunde
BAuA
Jahr
2024
Leistungen im Projekt
Szenario-Workshops
Zukunftsforschung
Workshop-Moderation
Forschungsbericht
Fachartikel